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Hegering Extertal

Kitzrettung

Saison 2024

Die Grafik der Kitze zeigt nicht nur, dass in der Zusammenfassung auch in diesem Jahr deutlich über 100 Kitze vor Mähschäden gerettet wurden, sondern auch den Entwicklungsstand der Jungtiere. Steigt doch die Zahl der abspringenden Tiere schlagartig an.

Auch hier muss bedacht werden: vor einem Kitzretter zu Fuß ist die Flucht möglich. Bei einer modernen Mähmaschine ist eine erfolgreiche Flucht selten.

Die Mähsaison 2024 stellte die Kitzretter im Extertal und im ganzen Kreis Lippe vor ganz neue Herausforderungen. Trotz der Verstärkung des Teams im Extertal um zwei weitere Piloten, einiger Helfer und dem Einsatz einer zweiten (teilweise dritten) Drohne, hätten die Umstände nicht unglücklicher zusammen kommen können.
 
Aufgrund der stabilen Wetterlage im April kamen die ersten Aufträge in diesem Jahr fast 2 Wochen früher als im Jahr zuvor, und auch die ersten früh gesetzten Kitze wurden 2 Wochen früher gefunden. Nachdem der Start in die Saison zwar früher, aber ansonsten normal verlief, ließ die erste dreiwöchige Schlechtwetterphase im Mai, nahezu ohne Mäh-Aktivitäten, schon Schlimmes für den weiteren Verlauf erahnen. Die erste Juni-Woche brachte mit stabiler Wetterlage schon ein erhöhtes Auftragsaufkommen, das nahezu kaum zu bewältigen war, aber bis auf einen Auftrag, durch hohes Engagement von Piloten und Helfern, aufgefangen werden konnte. Nach einer weiteren fast 14-tägigen Schlechtwetterphase brachen dann alle Dämme. Die Silo-Leute wollten ihren zweiten Schnitt einbringen, die Heu-Leute mussten zwingend mähen, da das Gras schon fast zu weit war, und alle Bewirtschafter von Naturschutzflächen durften in diesem Jahr auch ab dem 15.06. ran. Für uns die größte anzunehmende Katastrophe. So musste der persönliche Einsatz eines jeden nocheinmal erhöht werden, mit dem Ergebnis, das inner halb von 3-4 Tagen nahezu ein Drittel des kompletten Auftragsaufkommens der Saison abgearbeitet werden musste. Ca. 250ha wurden an drei Tagen abgesucht, inklusive einer wahnsinningen Tageshöchstleistung von ca. 120ha mit drei Teams.
 
An dieser Stelle möchte ich mich bei all jenen entschuldigen, deren Anfrage ich leider zurückweisen musste, zwar waren das nicht allzuviel, aber es ärgert uns genauso, wie alle Betroffenen, da wir den Anspruch haben, für ALLE da zu sein. Das war in dieser Saison schlichtweg unmöglich. 
 
Wenn man aus dem Verlauf der diesjährigen Saison etwas Positives herausziehen will, dann sind die Gewinner die, um die es geht – die Rehkitze. Mit nur 37 gesicherten Kitzen und fast 100, denen wir nur noch hinterherwinken konnten, scheint es, das unser Rehwild die Schlechtwetterphasen, ohne Mähbetrieb, nutzen konnte um den Nachwuchs größtenteils ungestört aufziehen zu können – ein schöner Gedanke!
 
Mit ca. 770ha kontrolliertem Grünland auf 356 Einzelflächen, konnte das sehr gute Ergebnis aus 2023 um 150ha und ca. 100 Einzelflächen überboten werden und das bei 5 Einsatztagen weniger. Ein solch problematischer Saisonverlauf zeigt aber auch, das wir immernoch an technische und personelle Grenzen stossen. Jeder ist deshalb erneut aufgerufen sich zu engagieren. Es zählt jeder Einsatz!
 
Bis zur Mahd im nächsten Jahr! Waidmannsheil!
 
Jens Basanow (HR Extertal)